Von Bianca Wilkens: Wer schon einmal eine Ratssitzung der Gemeinde Neu Wulmstorf besucht hat, weiß, wie zivilisiert die üblicherweise über die Bühne geht. Die Ratspolitiker halten sich in der Regel an die vorgegebene Redezeit von jeweils fünf Minuten und formulieren Sätze, die mit "Am Ende des Tages" beginnen und mit "ein Stück weit" enden.

Nun, am vergangenen Donnerstag war das anders. Die CDU überzeugte die Mehrheit der anderen Fraktionen davon, nicht nur den Neubau eines Feuerwehrhauses auf den Weg zu bringen, sondern darüber hinaus über den Erhalt des Feuerwehrgebäudes in Rübke nachzudenken, und brachte so den Neu Wulmstorfer Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig gegen sich auf. Nachvollziehbar war das nicht. Schließlich ist es durchaus legitim, den Erhalt eines alten Gebäudes in Erwägung zu ziehen.


Zumal das Feuerwehrhaus gerade mal 30 Jahre alt ist und die Fläche den Erhalt und den Neubau hergeben würde. Doch die Diskussion schwang sich von einem Scharmützel zum nächsten. Beiträge wie die von Bürgermeister Rosenzweig, der die Zahl der Mitarbeiter des Unternehmens von CDU-Fraktionschef Malte Kanebley thematisierte, sind alles andere als zielführend, lenken vom eigentlichen Thema ab und sollen nur Emotionen schüren. Gleiches gilt für den Umgang mit Rübkes Ortsvorsteher Uwe Klindtworth. Zugegeben: Dass Klindtworth nur einmal die Arbeitsgruppe zum geplanten Neubau des Feuerwehrhauses besucht hat, mag nicht vorbildliches gewesen sein.

Das darf aber noch lange kein Grund für den Bürgermeister sein, ihn dafür derart öffentlich vorzuführen. Einem Ortsvorsteher, der den Job seit 26 Jahren ehrenamtlich ausübt, gebührt mehr Respekt. Die Polemik, mit der Bürgermeister Rosenzweig seine Äußerungen spickte, offenbarte nur eines: seine dünne Argumentationsdecke.

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