Von Bianca Wilkens: Bürger und Ratspolitiker wollen altes Gebäude erhalten – Bürgermeister Rosenzweig ist vehement dagegen Neu Wulmstorf. Um den Abriss des alten Feuerwehrgebäudes in Rübke ist in der Gemeinde Neu Wulmstorf ein heftiger Streit entbrannt. Verhärtete Fronten zwischen Verwaltung und Rats­politikern traten in der jüngsten Ratssitzung offen zutage.

Den Ausschlag dafür gaben Überlegungen, ein neues Feuerwehrhaus für Rübke zu bauen, das alte Gebäude jedoch nicht abzureißen, sondern zu erhalten. Unbestritten ist, dass die Einsatzkräfte in Rübke dringend ein neues Gerätehaus brauchen. Das alte Gebäude entspricht nicht mehr den heutigen Baustandards und bietet nicht genug Platz für das neue Löschfahrzeug, das für die Feuerwehr Rübke angeschafft werden soll. Zudem die Feuerwehr in Rübke schon heute verstärkt zu Einsätzen in der Gemeinde Neu Wulmstorf gerufen. Mit der Fertigstellung der Autobahn 26 werden weitere Aufgaben auf die Feuerwehr zukommen. '


Die Neu Wulmstorfer Verwaltung geht außerdem davon aus, dass die Feuerwehr aufgrund des enormen Einwohnerzuwachses in Folge des Wohnungsbaus zu mehr Einsätzen gerufen wird. Deshalb einigten sich Politik und Verwaltung auf ein Neubau. Zunächst sah die Planung vor, dass 30 Jahre alte Gebäude dafür abzureißen. Doch das hat bei den Rübker Bürgern Erstaunen und Unverständnis ausgelöst. Zahlreiche Vereine treten für den Erhalt des Gebäudes ein: die Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke, der MTV Rübke, die Rübker Moorpedders, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr und die Jagdgenossenschaft Rübke sowie die St. Martini Kirchengemeinde Estebrügge.

In einem Schreiben an den Bürgermeister und den Rat der Gemeinde Neu Wulmstorf fordern sie, über Abriss oder Erhalt des Altbaus erst nach ordentlicher Abwägung aller Fakten zu entscheiden. Sie werfen der Gemeindeverwaltung vor, die Bürger in Rübke nicht an den Planungen beteiligt zu haben. "Wir wollen, dass nach qualifizierter Beteiligung der Bürger und Abwägung der fortlaufenden Unterhaltungskoten das bestehende Feuerwehrhaus erhalten werden kann", heißt es in dem Schreiben.

Potenzial zur Nutzung gibt es genug. Zwar hatte Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig den Vereinen zugesichert, dass die Sitzungen und Veranstaltungen, die jetzt im alten Feuerwehrhaus stattfinden, auch im neuen Gebäude abgehalten werden können. Doch viele Aktivitäten der Vereine müssen schon jetzt auf privatem Gelände stattfinden. Tischtennis spielt der MTV in der alten Lagerhalle eines Obstbauers. Die Gymnastikgruppe des Vereins muss auf eine Turnhalle in Neu Wulmstorf ausweichen. Auch die Moorpedders treffen sich auf privatem Gelände. "Wir haben kein Dorfgemeinschaftshaus", sagte Klaus Matthees, Vorsitzender des MTV Rübke. "Es wäre schade, das alte Feuerwehrgebäude einfach abzureißen." Pro Jahr könnten 260 Veranstaltungen in dem Gebäude stattfinden, haben die Vereine ausgerechnet. Die CDU griff den Vorstoß der Vereine in Rübke auf und beantragte, die Planung des Neubaus voranzubringen, zugleich aber eine mögliche Nutzung des alten Feuerwehrgebäudes zu diskutieren. "Ein Abriss ist eine endgültige Sache. Uns wurde gesagt, dass ein Neubau auch ohne Abriss möglich wäre", sagte Malte Kanebley, Fraktionsvorsitzender der CDU. "Wir müssen sicherstellen, dass das Dorfleben weiter gestaltet werden kann."

Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig (SPD) warnte, dass damit die Planung des Neubaus von vorn beginne. "Wenn nicht klar ist, ob es zu einem Abriss kommt oder nicht, werden wir die Planung stoppen, weil wir nicht wissen, wo wir das neue Gebäude hin bauen sollen", sagte er. "Eine Nutzung des alten Gebäudes ist nicht so einfach möglich. Es muss den modernen Baustandards angepasst und umgewidmet werden." Es folgte ein heftiger Schlagabtausch. Jan Hauschild (CDU) schlug sich auf die Seite der Bürger. "Es hätte eine stärkere Einbindung der Rübker Bürger erfolgen müssen", sagte er. "Das müssen wir jetzt nachholen."

Er kündigte an, dass seine Ratsfraktion eine Bürgerversammlung anberaumen werde. Auch die Unabhängige Wählergemeinschaft und die Grünen schlossen den Erhalt des Feuerwehrgebäudes nicht aus. Rosenzweigs Appell an den Gemeinderat, sich anders zu entscheiden, fruchtete nicht. Auch nicht bei seinen eigenen Parteikollegen der SPD. Tobias Handtke, Fraktionschef der SPD, erinnerte zwar an die finanzpolitische Verantwortung des Rates und warnte davor, den Bürgern zu signalisieren, alles möglich machen zu wollen. Aber auch die SPD will ergebnisoffen über einen möglichen Erhalt des alten Feuerwehrgebäudes diskutieren.

"Entscheiden sie, wie sie meinen. Ich werde dagegen stimmen, da die Diskussion über einen möglichen Erhalt die Zeitschiene sprengen wird", sagte Rosenzweig. "Das will ich nicht, mir ist das Feuerwehrhaus wichtig." Am Ende brachte der Gemeinderat den Neubau des Feuerwehrhauses auf den Weg und entschied zugleich, auf den Abriss des alten Gebäudes vorerst zu verzichten. © Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.

   

Folgen Sie uns  

Folgen Sie uns auf Facebookgoogleplusrss

   

Termine  

14 August 2018; 19:30 Uhr
CDU Stammtisch im Kartoffelhaus papas
11 September 2018; 19:30 Uhr
CDU Stammtisch im Kartoffelhaus papas
9 Oktober 2018; 19:30 Uhr
CDU Stammtisch im Kartoffelhaus papas
13 November 2018; 19:30 Uhr
CDU Stammtisch im Kartoffelhaus papas
11 Dezember 2018; 19:30 Uhr
CDU Stammtisch im Kartoffelhaus papas